Füllungen

Für die Versorgung eines kariösen Zahnes stehen uns verschiedene Materialien zu Verfügung. Jedes Material hat seine Vor- aber auch Nachteile, so gibt es das ideale Füllungsmaterial nicht. Deshalb muss jeder Patient für sich entscheiden, welches Material für ihn das geeignete ist.

Wir unterscheiden


Füllungen in direkter Technik

Alle Füllungen werden unter Lupenkontrolle mit hoher Präzision hergestellt und die Kaufläche anatomisch geformt. Auf Wunsch des Patienten kann der Zahn mit einer Spritze betäubt werden.
1. Amalgam

Amalgamfüllung ist das bis jetzt am besten untersuchte Füllungsmaterial. Es gibt bis heute keine wissenschaftliche Studie, die eine Gesundheitsgefährdung nachweist. Die Amalgamfüllung ist die Standardkassenfüllung.

Vorteil der Amalgamfüllung ist ihre Langlebigkeit, viele meiner Amalgamfüllungen sind seit mehr als 25 Jahre im Munde. Das Material ist relativ einfach zu verarbeiten und wenig fehleranfällig.

Nachteil dieses Materials ist das etwas unschöne Aussehen und der Gehalt an Quecksilber.

Ich habe zwei Kurse bei Prof. Motsch / Stachniss besucht, um den Umgang und die Kauflächengestaltung zu lernen.

2. Dentinadhäsive Rekonstruktion (Kunststoff-Füllung)

Diese Füllungen bestehen aus Kunststoff und einem Glasanteil von über 80%. Sie werden mit einem Kleber (Dentinadhäsiv), der eine chemische Verbindung zum Zahn herstellt, mit dem Zahn verbunden. Dieser Vorgang ist sehr empfindlich und entscheidend für die Haltbarkeit der Füllung. Immer, wenn es möglich ist, schützen wir das Behandlungsfeld mit einem Latexgummi (Kofferdam) vor Speichel. Der Füllungskunststoff muss schichtweise eingebracht werden, da die Lampe nur eine bestimmte Schichtstärke härtet und man durch unterschiedliche Farben ein optimales ästhetisches Ergebnis erreichen kann.

Vorteile sind das zahnähnliche Aussehen (unsichtbare Füllung) sowie die Isolation gegenüber Wärme.
Als Nachteil ist die beschränkte Lebenserwartung zu nennen, da sich mit der Zeit die chemischen Verbindungen öffnen (altern des Kunststoffes), der Kunststoff porös und rau wird. Die Absonderung von Kunststoffbestandteilen und deren Wirkung sind noch nicht abschließend geklärt. Kunststoff-Füllungen sind sehr Techniksensibel und bei der Herstellung extrem Feuchtigkeitsempfindlich. Auch in diese Füllung wird eine anatomische Kaufläche eingearbeitet.
Ich habe mehrtägige Kurse in dieser Technik bei Dr. Boer und Dr.Alleis besucht.

3. Minimalinvasive Füllungen

Dank unserer Vergrößerungssysteme - Zeiss Lupenbrille und Zeiss Mikroskop Opmi Pro Magis - bin ich in der Lage, sehr kleine kariöse Veränderungen zu erkennen und mit speziellen, sehr feinen Bohrern zu behandeln. Dadurch wird der Zahn nicht so stark beschädigt und maximale Zahnsubstanz erhalten.
Als Füllungsmaterial kommt für diese feine Behandlung nur eine mit einem Dentinkleber mit dem Zahn verbundene Kunststoff-Füllung in Frage.
Sie erhalten so eine "unsichtbare Füllung" bei maximaler Schonung des restlichen Zahnes.


Füllungen in indirekter Technik (Inlay)

1. Goldinlay

Das Goldinlay galt lange als beste Füllung. Nach der Präparation muss ein Abdruck genommen werden und das Inlay vom Zahntechniker hergestellt werden. Der Zahnarzt zementiert das Inlay anschließend im Munde des Patienten. Durch die Arbeit in einem individuell programmierten Artikulator, der die Kaubewegungen simulieren kann, ist der Zahntechniker in der Lage, eine optimale Kaufläche aus Höckern und Furchen herzustellen. Aufgrund des hohen Materialpreises und des zeitlichen Aufwandes ist ein Goldinlay sehr teuer, die Farbe gefällt auch nicht Jedem.

Ein weiterer Nachteil ist der oft hohe Substanzverlust bei der Präparation. Nach Studien aus den USA müssen darüber hinaus die Höcker des Zahnes in das Inlay miteinbezogen werden, wenn der kariöse Defekt mehr als ein Drittel des Zahndurchmessers aufweist. Dann ist eine Teilkrone notwendig.

2. Keramikinlay

Der Aufwand für ein Keramikinlay ist vergleichbar hoch wie bei einem Goldinlay.

Folgende Arbeitsschritte fallen an:

  1. Präparation des zuvor aufgebauten Zahnes
  2. Abdruck von Ober- und Unterkiefer, wir nehmen aus Präzisionsgründen von dem Inlay drei Abdrücke mit Hydrocolloid
  3. Bestimmung der Lage des Kiefergelenkes
  4. Registrieren der Lage von Unter- zum Oberkiefer
  5. Farbauswahl
  6. Provisorische Versorgung

Anschließend geht die Arbeit zum Zahntechniker, der das Inlay herstellt.

Nachdem das Inlay vom Zahntechniker bei uns ist, wird es in einem aufwendigen und fehleranfälligem Vorgang mit dem Zahn verklebt. Falls möglich isolieren wir den Zahn mit einem Latexgummi (Kofferdam). Anschließend wird der Zahn poliert und im Zahnzwischenraum vorhandene Überschüsse entfernt. Auch hier ist die Stabilität der Zahnhöcker zu beachten, häufig ist deshalb eine Teilkrone notwendig.

Ihr Praxisteam

Dr. Kleine-Kraneburg und Mitarbeiter