Marylandbrücke


Klebebrücke - Marylandbrücke

Bei Verlust eines Frontzahnes im Ober- aber besonders im Unterkiefer oder bei Nichtanlage eines Zahnes und gesunden, noch ausreichend im Knochen stehenden Nachbarzahnes ist die Marylandbrücke eine gute Alternative zu einer konventionellen Brücke. Bei einer herkömmlichen Brücke müssen die Nachbarzähne beschliffen und damit massiv geschädigt werden. Dies entfällt bei der Klebebrücke, bei der nur ein kleiner "Fixierungspunkt" in den Zahn präpariert wird.


Diese Technik eignet sich besonders für den Unterkiefer, da die Anatomie der unteren Schneidezähne ein Beschleifen fast unmöglich macht. Im Oberkiefer ist genügend Platz zwischen Ober- und Unterkieferzähne notwendig. Die klassische Marylandbrücke besteht aus einem Metallgerüst, auf das der Zahntechniker die Verblendkeramik aufträgt. Häufig wird im Laufe der Zeit ein Flügel locker, deshalb wird heute die Marylandbrücke nur mit einem Flügel gefertigt. Ein Nachteil ist das Metallgerüst, welches häufig durch den Zahn durchscheint und ihn dunkler macht.



Marylandbrücke aus Vollkeramik

Aus diesem Grund, aber auch wegen der besseren Haftkraft, verwende ich für die Marylandbrücke ein Gerüst aus Keramik. Damit ist ein langlebiger, hochästhetischer Zahnersatz bei maximaler Schonung des Zahnes möglich. Die Kosten, Risiken und der zeitliche Aufwand dieses Zahnersatzes sind viel geringer wie bei der Versorgung mit einem Implantat.




Beachten Sie auch bitte das nachfolgende Interview mit Prof. Dr. Matthias Kern
aus dem DENTAL MAGAZIN 2/2018, Deutscher Ärzteverlag.

Herr Professor Kern, in welchen Situationen empfehlen Sie einflügelige Adhäsivbrücken (resin-bonded fixed dental prosthesis) und wo sehen Sie die Vorteile für den Patienten?
KERN: Die einflügelige Adhäsivbrücke gewinnt stetig an Bedeutung, speziell bei einzelnen fehlenden Zähnen im Frontzahnbereich. Sehr attraktiv für den Patienten ist die minimalinvasive Behandlungsoption, da nur sehr wenig Zahnschmelz (< 10 Prozent) präpariert und abgetragen wird. Im Vergleich zu einer aufwendigen implantatbasierten Lösung ist die Behandlung kostengünstiger und mit weniger Zeitaufwand verbunden. Einflügelige Adhäsivbrücken sind zudem seit Juli 2016 von der kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung empfohlen und als Regelleistung anerkannt.

Wie sehen die klinischen Überlebensraten von einflügeligen Adhäsivbrücken aus?
KERN: Zunächst ist wichtig zu wissen, dass die klinischen Überlebensraten von einflügeligen Adhäsivbrücken signifikant besser als die von zweiflügeligen Adhäsivbrücken sind. Für einflügelige Adhäsivbrücken liegen Studienergebnisse vor mit Zehn-Jahres-Überlebensraten von 94 Prozent (glasinfiltrierte Aluminiumoxidkeramik) respektive 98 Prozent (Zirkonoxidkeramik). Demnach kann man mit Überlebensraten rechnen, die mindestens vergleichbar mit oder besser als konventionell eingesetzte Brücken sind.

Welche Materialien können Sie für einflügelige Adhäsivbrücken empfehlen?
KERN: Die Geschichte der Adhäsivbrücken begann zunächst mit reinen Metallgerüsten, gefolgt von Metallkeramiken, wobei die Metalloberfläche in den 1980er-Jahren noch mit elektrolytischem Ätzverfahren (Marylandbrücken) bearbeitet wurde. An der Universität Freiburg haben wir in den 1990er-Jahren mit Adhäsivbrücken aus Aluminiumoxid begonnen und danach an der Universität Kiel Anfang 2000 mit Adhäsivbrücken aus Zirkonoxid. Letztere boten höchste Biegefestigkeiten, sodass Frakturen nahezu ausgeschlossen waren. Wenn sich doch einmal eine Brücke gelöst hat, üblicherweise durch traumatische Ereignisse verursacht, können Zirkonoxid-Adhäsivbrücken ganz einfach wieder neu eingeklebt werden. Das ist ein weiterer klinischer Vorteil, sodass die Verlustquote insgesamt ein sehr niedriges Niveau erreicht.

Bestehen noch Zweifel an der Möglichkeit, Zirkonoxid adhäsiv zu befestigen?
KERN: Im Vergleich zu der Vielzahl an In-vitro-Haftwertuntersuchungen gibt es deutlich weniger klinisch kontrollierte Studien. Daher besteht die Gefahr, dass die vielen In-vitro-Untersuchungen bzgl. aller möglichen denkbaren Einflüsse eher verunsichern, statt eine verlässliche Orientierung zu geben. Betrachtet man nur die klinischen Studien, kann es jedenfalls keinen Zweifel geben, dass Zirkonoxid zuverlässig und langfristig adhäsiv befestigt werden kann.



Wenn Sie noch Fragen haben, werden wir sie Ihnen gerne beantworten.

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Dr. Kleine-Kraneburg und Mitarbeiter